Detlef Hayer Ruhestand

Wenn Detlef Hayer (60) auf die vergangenen zwölf Monate blickt, dann fällt ihm – wie allen – schnell das Thema Corona ein. Weitaus nachhaltiger in seiner Erinnerung aber ist und bleibt der katastrophale Waldbrand auf dem Hömericher Kopf im April des vergangenen Jahres. Hayer hatte als Chef der Gummersbacher Feuerwehr und hauptamtlichen Wache die Einsatzleitung. „So eine Situation kannte ich nicht“, sagt er im Nachhinein. Dass sein besonnenes Handeln und das seiner Kameraden noch Schlimmeres verhindert hat, darüber herrscht nicht nur in Gummersbach bis heute Einigkeit.
Seit der vergangenen Woche ist Hayer als Chef der Freiwilligen Feuerwehr im Ruhestand, die Leitung der hauptamtlichen Wache hat Frank Raupach bereits zum 1. November übernommen, jetzt ist er auch neuer Leiter der Freiwilligen Feuerwehr ist. Als Stellvertreter weiter an Bord ist Thomas Wurm während Lars Hohmuth in die Wehrführung als weiterer Stellvertreter aufgerückt ist. Berufsfeuerwehrmann wollte Hayer eigentlich nicht werden.
Beim Gummersbacher Autohaus Koch machte er erst einmal eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Doch 1987 wechselte er den Beruf, nachdem er schon 1982 bei der Freiwilligen Feuerwehr angeheuert hatte, und daher wusste, was ihn erwartet, wie er rückblickend sagt. Regelmäßige Weiterbildung befähigte Detlef Hayer schließlich dazu, im Jahr 2009 Nachfolger von Friedhelm Köster zu werden, dessen Vize er bis dahin war.
Er habe es nie bereut, von der Kfz-Branche zur Feuerwehr gewechselt zu sein, sagt Hayer nach 33 Jahren rückblickend. Er steht immer bereit, wenn Menschen Hilfe benötigen. Und ja, das sind nicht nur schöne Bilder, die man in Erinnerung behält, wie er eingesteht. „Da musst du einen Weg finden, wie du die Dinge verarbeitest“, sagt der Feuerwehrmann. Das gehe nur im Team und gemeinsam mit der Familie. Viel darüber reden, das ist nicht das Ding von Detlef Hayer
Viele Einsätze mit Happy End
Da erinnert er sich doch viel lieber an die Einsätze mit einem Happy End. So auch an den, als eine junge Frau bei Morkepütz in einen ehemaligen Steinbruch gestürzt sei. „Wir sind mit unserem Vorausrüstwagen durch unwegsames Gelände gefahren und hatten schon mit dem Schlimmsten gerechnet“, erinnert sich der 60-Jährige. Entsprechend groß war dann die Freude, als er die junge Frau „nur“ mit einem gebrochenen Oberschenkel angetroffen habe. „Um den hat sich dann der Rettungsdienst gekümmert“, sagt Hayer.

An einen weiteren Einsatz erinnert er sich auch gut, als eine werdende Mutter auf dem Weg zum Krankenhaus bei Eisregen nahe der Gummersbacher Post nicht weiter kam. Auch ihr und dem Baby, das auf die Welt wollte, konnte geholfen werden. Obwohl er als Chef der Wache und der Freiwilligen Feuerwehr Schluss gemacht hat, kann Detlef Hayer so ganz ohne Feuerwehr nicht weitermachen. „Ich habe die Jungs der Einheit Lantemicke gefragt, ob sie was dagegen haben, wenn ich als ganz normaler Feuerwehrmann bei ihnen mitmache“, berichtet Hayer. Und die haben natürlich sofort ja gesagt. „Wenn ich denen auf den Socken gehe, sollen die mir das sagen“, lacht der 60-Jährige.
Hayers langjähriger Chef, der Gummersbacher Bürgermeister Frank Helmenstein, schildert den Feuerwehrmann als bodenständigen und schnörkellosen Mann, mit dem er sehr gerne gearbeitet habe. Hayer sei es zu verdanken, dass die Gummersbacher Feuerwehr mit Hinblick auf Fuhrpark und Gerätehäuser gut ausgestattet sei. „Darauf können wir jetzt aufbauen. Detlef Hayer hinterlässt ein gut bestelltes und wohl geordneter Feld“, wie Helmenstein sagt. Froh ist er, dass Raupach wie sein Vorgänger beide Posten bekleidet, den des Wehrführers und den des Leiters der Wache.

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